Was der Ökologischer Fußabdruck ist ?

In Europa verbrauchen wir im Durchschnitt 2,8 Erden pro Jahr. Das wird mit dem ökologischen Fußabdruck berechnet. 2,8 Erden bedeutet, dass jeder Europäer sehr wahrscheinlich über den verfügbaren Verhältnissen lebt, also mehr Ressourcen verbraucht, als vorhanden sind. Wusstest du, dass du dir auch deinen eigenen berechnen kannst?

Der ökologische Fußabdruck ist seit 1994 ein Nachhaltigkeitsindex, welcher die biologisch produktive Fläche auf der Erde darstellt. Diese Fläche ermöglicht den Lebensstil und den Lebensstandard eines Menschen dauerhaft.

Wahrscheinlich ist dir der ökologische Fußabdruck bereits über den Weg gelaufen. Es ist empfehlenswert, gerade zu Beginn der eigenen Nachhaltigskeitsreise, sich den eigenen einmal auszurechnen. Als Status Quo. Es gibt verschiedene Rechner, den offiziellen vom Globlal Footprint Network kann ich dir guten Gewissens empfehlen.

Was ist der „globale Hektar“?

Gemessen wird er mit dem „globalen Hektar“ (gha). Dieser wurde vom GFN entwickelt. Nicht jeder Hektar auf der Welt ist gleich erträglich, weswegen der globale Hektar der weltweit durchschnittlichen Produktivität entspricht. Als neutral gelten Wüsten, Hochgebirge und bebaute Flächen.

1,6 globale Hektar dürfte jeder Mensch weltweit in Anspruch nehmen, als nachhaltigen ökologischen Fußabdruck. Der Weltdurchschnitt liegt jedoch bereits deutlich höher – bei 2,7 gha. Das bedeutet es gibt Länder, die weit unter den 1,6 gha liegen und andere die weit darüber liegen. In Europa liegen wir bei 4,74 gha pro Kopf – das entspricht etwa den am Anfang genannten 2,8 Erden.

So bekommen wir unseren ökologischen Fußabdruck kleiner

Der ökologische Fußabdruck besteht vor allen den Bestandteilen Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum. Wenn du in einer Industrienation wohnst, wird es schwer, deinen Verbrauch nah an die 1,6 gha zu bekommen. Einfach deswegen, weil wir bereits einen vergleichsweise hohen Grundbetrag haben, den wir nicht ändern können. Dazu gehört z.B. das Thema Straßen, also Infrastruktur, bei dem Ausbau, Reparatur und Erhaltung dazugehören. Diese anfallenden Emissionen und Kosten werden auf alle Bewohner des jeweiligen Landes umgelegt.

Lass dich davon aber bitte nicht verschrecken! Das heißt nicht, dass es nichts bringt, wenn du etwas veränderst.

Das kannst bei deiner Ernährung ändern

Unter dem Oberpunkt „Ernährung“ fällt vieles. Das leichteste ist, wenn du mit deinem Einkaufsverhalten anfängst. Gehst du bewusst einkaufen? Überlegst du dir vorher, welche Lebensmittel du brauchst und auch sicher verbrauchen kannst? Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem, eines bei dem jeder Mensch seinen Teil zur Lösung beitragen kann.

Wie groß ist deine Wohnung?

Brauchst du deine gesamte Wohnung? Oder hast du vielleicht ein Zimmer zu viel? Diese Fragen fallen unter „Wohnen“. Wir sind daran gewöhnt, viel Platz zu haben. Das führt jedoch auch gerne dazu, dass wir zu große Wohnungen bewohnen. Sei hier ehrlich zu dir selbst! In Deutschland bewohnt jeder Mensch im Schnitt 46,7 m2. Neben der Verringerung deines ökologischen Fußabdruckes, kannst du durch eine kleinere Wohnfläche auch Geld bei deinen Heizkosten sparen.

Auto, Fahrrad, Bus oder Bahn – mobil unterwegs

Wie bewegst du dich fort? Besitzt du ein Auto? Fährst du Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel? Wenn du in der Stadt wohnst, hast du sehr wahrscheinlich Glück ein gutes Bus- und Bahnnetz vor der Haustür zu haben oder sogar alles zu Fuß oder mit deinem Fahrrad erreichen zu können. Nutzt du die Möglichkeiten? Wenn nicht, lass doch mal einen Tag dein Auto stehen und probiere aus, wie du ohne zurechtkommst. Du sparst Zeit, weil du keinen Parkplatz suchen brauchst, sparst du Emissionen und hast noch den netten Nebeneffekt, dass du mehr Bewegung in deinen Alltag bekommst. Auf dem Land ist das Auto stehen lassen leider noch nicht immer möglich. Gibt es vielleicht dennoch Möglichkeiten, bei denen du zum Fahrrad greifen kannst?

Brauche ich das wirklich?

Ohne Konsum werden wir nicht leben können. Doch auch hier gibt es Ansätze, die du ausprobieren kannst. Überlege dir ob du die neue Anschaffung wirklich brauchst oder schaue, ob du das benötigte Produkt aus zweiter Hand bekommst (oftmals findest du Dinge sogar unbenutzt Second Hand!). Wenn du hier tiefer einsteigen möchtest, könntest du auch ein Konsumtagebuch führen.

Veränderung braucht Zeit

Von einen auf den anderen Tag zu 100% nachhaltig leben? Das ist keine gute Idee. Solche Aktionen kommen mit sich selbst auferlegten Verboten daher, welche nicht sehr lange durchzuhalten sind. Versuche es stattdessen damit anzufangen, dich auf eine Sache zu konzentrieren. Zum Beispiel damit, dass du bewusster und mit Plan einkaufst. Nach ein paar Wochen hast du hier den Dreh raus und hast dich daran gewöhnt, dann kannst du dich mit dem nächsten Thema beschäftigen.

Gib dir Zeit mit den Veränderungen klarzukommen und dich daran zu gewöhnen. Verändere deinen Alltag in deinem Tempo und lass dich nicht hetzen. Jeder noch so kleine Schritt zählt. Das Wichtige ist, dass du anfängst.