WER SIND WIR ?

Maria und Franz Schumacher

Unser Opa Franz war eigentlich Vertreter für Kaffee, unsere Oma Maria arbeitete in der Lederfabrik ihres Vaters. Nach dem Krieg wollte Franz sich selbstständig machen und für sich und seine Familie eine neue Existenz aufbauen. Weil unsere Großeltern nicht viel Geld hatten, musste Franz etwas finden, was in der Produktion günstig war und wofür es nicht viel Platz brauchte. Erst wollte Franz in die Herstellung von Seife und Waschmittel einsteigen. Am Ende entschied er sich jedoch für das Produzieren von Senf. So begann 1953 alles in einer kleinen Garage im belgischen Raeren, direkt an der deutsch-belgischen Grenze bei Aachen.

Unser Opa war ein guter Geschäftsmann, er hatte viele Kontakte – und mit unserer Oma Maria hatte er eine sehr starke Frau an seiner Seite, die ihn vor allem in der Produktion unterstützte. Das Unternehmen wurde immer größer. Unsere Großeltern mussten anbauen – und stellten mittlerweile auch Mayonnaise, Ketchup, Soßen und Fertiggerichte her. In den 1970er Jahren belieferten unsere Großeltern auch die Bundeswehr in Deutschland mit haltbarem Hühnerragout, einem belgischen Nationalgericht.

Franz und Maria arbeiteten immer hart. Es waren keine einfachen Zeiten. Ihr Leben widmeten sie dem Unternehmen und ihren insgesamt sieben Töchtern. Für die Gemeinde Raeren engagierte sich unser Opa Franz nebenbei – 25 Jahre lang war er Bürgermeister. Als er krank wurde, übernahm zunächst eine unserer Tanten das Unternehmen – allerdings nur auf Zeit.

Elvira Renson-Schumacher und Philippe Renson

Unsere Mutter Elvira ist eine der sieben Töchter von Maria und Franz. Als unser Opa Franz krank wurde, übernahm erst eine ihrer Schwestern das Unternehmen, aber die wollte die Conserverie & Moutarderie am Ende nicht weiterführen. So war Elvira die Einzige der sieben Schwestern, die sich im Jahr 1983 dann dafür entschied, unser Familienunternehmen mit ihrem Mann, unserem Vater Philippe, zu übernehmen.

Philippe hatte BWL studiert und bereits einige Jahre in einem anderen Betrieb gearbeitet. Elvira arbeitete eigentlich im Tourismus, war als Reiseleiterin immer viel unterwegs und reiste um die Welt – aber sie wollte das Lebenswerk ihrer Eltern nicht aufgeben. „Ich war sehr naiv, dachte, es wäre einfach, ein so großes Unternehmen weiterzuführen“, sagt sie. Oft waren die Firma und die Arbeit zu nah am Privaten. Es war nicht immer einfach, aber am Ende bereuten unsere Eltern ihre Entscheidung nie.

Fast vier Jahre lang produzierten unsere Eltern nur für einen einzigen Großkunden. Das Hauptprodukt der Firma war nach wie vor das Hühnerragout. Irgendwann kamen weitere Produkte hinzu: Dressings, Aufstriche und Soßen.

Nach und nach bekamen unsere Eltern insgesamt vier Kinder. Darunter wir drei, Rachel, Raphael und Laurent. Wir unterstützten unsere Eltern so gut wir konnten. Als wir dann selbst studiert und unsere Abschlüsse gemacht hatten, stiegen wir nach und nach in das Unternehmen ein und übernahmen immer mehr Aufgaben unserer Eltern.

Heute kümmert sich Elvira nur noch um die Finanzen. In ihrer Freizeit holt sie das nach, was sie damals aufgegeben hat: Das Reisen. Philippe erledigt im Hintergrund strategische Arbeiten, kümmert sich um unseren Neubau, der 2024 fertig werden soll. Das alte Gebäude soll dann irgendwann anders genutzt werden, „als Senfmuseum oder Veranstaltungsort für junge Menschen“, sagt Philippe. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Laurent Renson

Der Erste von uns, der komplett in die Conserverie & Moutarderie einstieg, war Laurent. Nachdem er sein BWL-Studium in Aachen abgeschlossen hatte, begann er 2009 als Produktionsleiter in der Firma. Er weiß also ganz besonders, wie viel Arbeit hinter den Produktionen steckt. Als unser Perfektionist würde er am liebsten alles in der Firma selbst in die Hand nehmen und sorgt dafür, dass stets Ordnung herrscht. Ohne ihn würden wir sicherlich so manches mal im Chaos versinken. Er kann eigentlich nie stillsitzen und muss immer etwas zu tun haben.

Raphaël Renson

Der Zweite im Bund ist Raphaël. Er stieg 2011 komplett ins Familienunternehmen ein, nachdem er sein BWL-Studium in Lüttich abgeschlossen hatte. Während des Studiums hatte er schon zahlreiche Projekte für andere Unternehmen realisiert, übernahm aber schon in dieser Zeit mit und mit Kundenbetreuungen und andere Aufgaben unseres Vaters Philippe. Mittlerweile ist er zuständig für den Einkauf und für Vertragsabschlüsse – ohne ihn würde die Conserverie & Moutarderie nicht laufen. Für ihn ist es wichtig, dass unser Familienunternehmen stets im Wandel und offen für Veränderungen ist. Früher hatte jeder seine feste Position, heute ist es Raphaël wichtig, dass die Strukturen erneuert werden und flexibler gearbeitet wird. Unser Team ist mit der Zeit auch immer jünger und dynamischer geworden. „Dass beim Arbeiten immer eine gute Atmosphäre herrscht, ist für mich selbstverständlich“, sagt Raphaël.

Rachel Renson

Die Letzte – und Jüngste – von uns, die ins Unternehmen einstieg, ist Rachel. Sie kümmert sich seit 2017 um das Marketing und den Verkauf und übernimmt administrative Aufgaben. Nachdem sie ihr Marketing-Studium abgeschlossen hatte, wollte sie mit vielen neuen und kreativen Ideen in das Arbeitsleben einstiegen – bis sie von der Realität eingeholt wurde. Denn während sie anfangs bei anderen großen Unternehmen arbeitete, blieb kein Raum, um neue Ideen umzusetzen. Es war schwer, dort etwas zu bewegen. „Und ich konnte mich oft nicht mit den Produkten identifizieren“, sagt sie. Deswegen entschied auch sie sich dafür, in das Unternehmen unserer Großeltern und Eltern einzusteigen, „denn mit diesen Produkten kann ich mich identifizieren, da stehe ich zu hundert Prozent hinter“. Das zu verkaufen, was ihre Großeltern vor vielen Jahren aufgebaut haben, ist heute ihre Leidenschaft.